Observations on “Children Hard to Handle”
DOI:
https://doi.org/10.3109/00016354009044316Abstract
Zusammenfassung.
Eine objektive und scharfe Grenze zwischen Kindern, die schwer oder leicht zu behandeln sind, diirfte nicht möglich sein, und zwar sowohl auf Grund der Relativität des Begriffs als auch der Subjektivitat der Beurteilung.
Wenn ein Kind schwer zu behandeln ist, kann die Ursache unter anderem Nervosität oder ein psyehischer Defekt sein. Daher sind alle diejenigen Fälle der konservierenden Zahnabteilung, deren Behandlung grosse Schwierigkeiten in psychologischer Hinsicht boten oder vermutlich bieten wiirden, dem Kinderarzt des Instituts, Docenten C. W. HEBLITZ, zugewiesen worden, von welchem schriftliche äusserungen iiber jeden Fall vorgelegt worden sind.
In der vorliegenden Zusammenstellung ist über sämtliche Fälle, die während des Jahres 1938 dem Kinderarzt als ≫schwer zu behandeln≫ zugewiesen wurden, beriehtet worden. Kinder unter 2 Jahren sind jedoch nicht mitgezählt worden. Auch wenn diese Gruppe schwer zu behandelnder Kinder nicht nur klare Falle enthält und sie überdies nicht scharf abgegrenzt ist, erscheint es doch wahrscheinlich, dass sich innerhalb derselben die Mehrzahl derjenigen wahrend des Jahres behandelten Kinder befindet, die in die Kategorie der ≫schwer zu behandelnden≫ Kinder gehören.
Eine Zusammenstellung der in bezug auf diese Patienten-gruppe gemachten Beobachtungen diirfte zu folgenden Schlüssen berechtigen:
1) Unter den schwer zu behandelnden Kindern sind die Knaben in der Majorität. Die Patientenzahl ist indessen zu gering, um generelle Schliisse hinsichtlich der Verteilung auf die Geschlechter zuzulassen.
2) In dem hier vorliegenden Material über Patienten im Alter von 2–16 Jahren ist die Zahl der schwer zu behandelnden dem Lebensalter nach am grössten in der jüngsten Altersgruppe, nämlich 11.6%. Sie sinkt mit steigendem Alter bis einschliesslich 7 Jahren auf 1.1%, um danach ausserst gering zu werden, nämlich 0.2%. Die Zahl der Erstsanierungen in der Gruppe der schwer zu Behandelnden betrug 1.6% aller während der Jahres 1938 abschliessend behandelnten Fälle.
3) Von samtlichen vom Kinderarzt des Instituts untersuchten Fallen der ≫schwer zu behandelnden≫, nämlich 53, waren 5 psychisch normal, 22 nervös und 26 psychisch defekt. In etwa 9 von 10 Fällen haben also die schwer zu behandelnden Kinder nach dem Befund an Nervosität gelitten bezw. waren sie psychisch defekt.
4) Von den 58 Fällen der Gruppe ≫schwer zu behandelnde≫ sind 5 Kinder von der Behandlung ausgeblieben, 2 sind auf Anord-nung des Kinderarztes in Anstaltspflege überführt worden. Von den restlichen 51 hat ein Kind auf Anraten des Kinderarztes nur akute Pflege erhalten. Bs handelte sich hierbei um einen Fall von Imbecillität. Die iibrigen 45 Erstsanierungen, 3 Nachprüfungs-sanierungen und 2 akute Fälle wurden sämtlich bis zum Abschluss behandelt.
5) Von den 48 Sanierungsfällen sind 36 wahrend der letzten Hälfte der Behandlung, gerechnet nach der Zahl der Besuche, oder öfter, im grossen Behandlungssaal, also ohne Schwierig-keiten, behandelt worden, während die restlichen 12 Fälle, nach der Zahl der Besuche gerechnet, mehr als zur Hälfte im Isolie-rungsraum behandelt worden sind. Von diesen letzteren stand das jiingste Kind, welches bei Beginn der Behandlung 2 Jahre und 21 Tage alt war, offenbar auf der Grenzlinie zwischen nicht-behandlingsfähigem und behandlungsfähigem Alter. Von den übrigen 11 Fällen waren 5 psychisch defekt, 5 trugen die Diagnose ≫Nervositat≫ und nur ein Fall war in psychischer Hinsicht ohne Anmerkung.
6) Behandlungserfolge sind durch viele zusammenwirkende Fak-toren erzielt worden: angemessene äussere Verhältnisse, eine Organisation, die soweit als möglich sich bemiiht, das Beispiel ausschliesslich in positiver Richtung wirken zu lassen, Wahl von Zahnärzten, die zur Behandlung des einzelnen Falles jeweils am besten geeignet erscheinen, angemessene Behandlungstechnik und psychische Beeinfhissung.
7) Im allgemeinen scheint die Lokalanästhesie in der konservierenden Zahnpflege des Milchzahngebisses von geringem Nutzen zu sein. Erst bei der Kavitätspreparation der ersten permanenten Molaren, im Alter von 6–7 Jahren, beginnt die Lokalanästhesie, ein bedeutungsvolles Hilfsmittel zu sein. Ihre Anwendung steigt mit dem Alter der Patienten und wächst besonders stark im Alter von ungefähr 13 Jahren an.
8) Die Behandlungsmöglichkeit hat sich in der Mehrzahl der Fälle innerhalb der gleichen Behandlungsperiode vergrössert. Da die Zahl der Nachpriifungssanierungen unter den ≫schwer zu behandelnden≫ nur einen Bruchteil der Erstsanierungen in der gleichen Gruppe darstellt, so kann man den Schluss ziehen, dass die Behandlungsfähigkeit bei der Nachprüfungssanierung durch-gehend grösser ist als während der vorhergehenden Erstsanie-rung.
9) Die durchschnittliche Anzahl von Besuehen für die Durch-führung von Erstsanierungen bei der konservierenden Abteilung betrug bei gleicher Altersverteilung in den Fällen der Gruppe ≫nicht schwer zu behandelnde≫ 10.5 und für die ≫schwer zu be-handelnden≫ 17.9. Das entspricht annähernd 4 Stunden 34 Minuten bezw. 7 Stunden 47 Minuten. Für voile Sanierung kamen fiir die Gruppe ≫schwer zu behandelnde≫ im Durchschnitt hinzu 2.0 Besuche in der zahnchirurgischen Abteilung und 1.3 Besuche in der Rontgenabteilung.
Acta Odontologica Scandinavica publishes high quality original research papers as well as critical reviews relevant on diseases of the oral cavity, their treatment, epidemiology and associated biomaterials and their development.